Erläuterungen zum Konzeptentwurf einer Umgestaltung
des Cheltenhamparks - Radverkehr inklusive!

Den kompletten Konzeptentwurf können Sie HIER als PDF herunterladen.

Kernpunkt des Konzeptes ist der Fortbestand der gegenwärtigen Wegeführung als kombiniertem Rad-Fußgängerweg, im Plan mit dem entsprechenden Verkehrszeichen dargestellt. Da bei den teilweise sehr hohen Fahrgeschwindigkeiten wenig rücksichtsvoller Zeitgenossen eine Gefährdung nicht von der Hand zu weisen ist, werden Alternativen ausschließlich für Fußgänger angeboten.

Die wesentliche Innovation, die mich seit Jahren umtreibt, ist die Schaffung eines Holzdecks vor der Mauer am Nordufer des Schwänchenteiches. Die Jugendlichen, die sich gern auf der Mauer aufhalten, haben seit langem die Qualität des Ortes entdeckt, der auf diese Weise für die Allgemeinheit erschlossen und den gefährlichen Aufenthalt auf der Mauer obsolet machen wird. Mit Blick nach Süden, über den Teich, mit einer sonnenerwärmten Mauer im Rücken und fern vom Verkehr ist dort höchste Aufenthaltsqualität gegeben, die den nicht unerheblichen baulichen Aufwand rechtfertigen wird. In hinreichender Breite angelegt – mein Vorschlag lautet auf sechs Meter – bietet das Deck sowohl Aufenthaltsmöglichkeit wie auch ein Angebot einer fußläufigen Verbindung vom Albaniplatz in den Park, fern vom Kraft- und Radverkehr.

Diese Verbindung beginnt am Albaniplatz unmittelbar neben dem Wall und nimmt den Trampelpfad auf, auf dem bereits heute eine große Anzahl von Fußgängern für eine direkte Verbindung schlammiges Schuhwerk und eine deutliche Sturzgefahr in Kauf nimmt. Man kann somit davon ausgehen, dass diese Verbindung vehement angenommen wird – vermutlich besser als die bestehende, die somit in erster Linie den Radfahrern vorbehalten bleiben wird.

Über das Holzdeck führt diese Verbindung auf der südexponierten Nordseite des Parks mit einigen Bänken am Wallfuß zu einer großzügigen Freitreppe, die zum Gelände des Parkplatzes an der Bonifatiusschule hinabführt. Das Ehrenmal wird auf die Fläche oberhalb der Treppe verlagert. Hier enden meine Überlegungen, die hier durchaus im Sinne gestalterischer Aufwertungen fortgeführt werden könnten.

Vom nördlichen Abschnitt des Schildweges führt heute ein geschotterter Weg in westliche Richtung zum Wall, der eine große Fläche auf der Südseite abschneidet, die weitgehend ungenutzt wird. Mein Konzept definiert die Führung dieses Weges neu, indem er in einem südlich angeordneten weiten Bogen eine größere zentrale Fläche der allgemeinen Nutzung ermöglicht und dennoch weit genug entfernt von den Privatgrundstücken verläuft. Über diesen Weg kann der heutige Hintereingang des Kindergartens erreicht werden, ohne dass Konflikte mit dem Radverkehr zu befürchten sind. Ein Teil der Parkspur im Schildweg könnte als Haltebucht für Eltern ausgewiesen werden.

Das Rohns´sche Badehaus befindet sich leider in Privatbesitz und stellt seit Jahren mit den umgebenden Waschbetonmauern und der blickverstellenden Bepflanzung einen Fremdkörper im Park dar. Dies ist ein für mich sehr unbefriedigender Zustand, zumal das Gebäude den Endpunkt einer Achse darstellt, die von der sehr repräsentativen Eingangsfassade des Deutschen Theaters in Richtung Südosten zeigt, jedoch städtebaulich konsequent ignoriert wird – auch von allen Entwürfen zur Gestaltung des Albaniplatzes. Sei es wie es sei, in jedem Fall würde ich mir einen offeneren Zugang zum Park wünschen mit keinem Privatgebäude, sondern vielleicht einem Café mit Außenbewirtschaftung auf der Freifläche, die sich zwischen beiden Wegen befindet. Denkt man etwas weiter, könnte man die Achse zwischen Badehaus und Theater als kulturelles Zentum auffassen, weil sie Stadthalle, Albanikirche mit Gemeindehaus und Schule, Völkerkundemuseum und Theater miteinander verbindet. In diesem Zusammenhang empfinde ich als bedauerlich, dass für diesen Bereich offenbar bereits Konzepte vorliegen, die aber der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt sind.

Die Stichworte zur Beschreibung funktionaler Schwerpunktflächen im Park sehe ich vor diesem Hintergrund nur als exemplarisch, da bei einer Neukonzeption des Parks zahlreiche Akteure ihre eigenen Perspektiven einbringen sollten. So ist ein Naturspielplatz (auch hier scheint es ein der Öffentlichkeit unbekanntes Konzept zu geben), eine Bouldermöglichkeit, Bewegungsflächen für Jung (z.B. Streetball) und Alt (Vitalpark) und ´Urban Gardening´ vorstellbar und sollten ihren Platz im Park erhalten. Der Friedhof könnte auf einen kleineren Bereich in der Umgebung des Gauß-Grabes verdichtet werden.

Ich kann mir vorstellen, dass diese Variante gut funktionieren wird. Die gegenwärtige Verkehrssituation im Schildweg wie auch in der Keplerstraße sehe ich nicht als sehr konfliktträchtig an, so dass sie baulichen Aufwand rechtfertigen würde; das Geld ist nach meiner Ansicht besser im Cheltenhampark angelegt. Ich selber fahre mit dem Rad den Schildweg stadteinwärts und die Keplerstraße stadtauswärts, die mit dem Schildgraben sehr gut verbunden sind.